Frauen stärken durch Forschung: Warum Frauengesundheit am Internationalen Frauentag wichtig ist

Der 8. März steht weltweit für Gleichberechtigung, Fortschritt und die Rechte von Frauen. Der Internationale Frauentag ist ein Moment, um erreichte Meilensteine zu würdigen und gleichzeitig darauf aufmerksam zu machen, wo weiterhin Handlungsbedarf besteht.

Ein Thema, das weltweit noch immer zu wenig Aufmerksamkeit erhält, ist die Frauengesundheit. Zwar wird in vielen Ländern heute offener über Themen wie Menstruation und reproduktive Gesundheit gesprochen, doch diese Offenheit ist längst nicht überall auf der Welt selbstverständlich.

Ein Blick über den eigenen Alltag hinaus zeigt, wie unterschiedlich die Situation weltweit sein kann. Während in Europa medizinische Versorgung und Gesundheitsaufklärung oft gut zugänglich sind und als selbstverständlich angesehen werden, stehen Mädchen und junge Frauen in anderen Teilen der Welt vor ganz anderen Herausforderungen.

Wenn Menstruation noch immer ein Tabuthema ist

In vielen Regionen der Welt ist Menstruation weiterhin ein sensibles oder sogar tabuisiertes Thema. In manchen Teilen der Welt sind sogar Mythen und falsche Vorstellungen rund um die Menstruation noch immer weit verbreitet.

Fehlende Aufklärung über Menstruation und reproduktive Gesundheit kann dazu führen, dass Mädchen ihre erste Periode mit Unsicherheit oder Scham erleben. Gleichzeitig fehlen in einigen Regionen grundlegende Informationen darüber, was im Körper während des Menstruationszyklus passiert. Diese Situation kann auch große Auswirkungen auf den Alltag haben, so bleiben manche Mädchen während ihrer Menstruation der Schule fern, meist aufgrund von Schmerzen, fehlenden Hygieneprodukten oder aus Scham.

Gerade deshalb ist Aufklärung über Frauengesundheit weltweit so wichtig. Das Wissen über den eigenen Körper stärkt Selbstvertrauen, Selbstbestimmung und langfristig auch die gesundheitliche Situation von Mädchen und Frauen.

Forschung zur Frauengesundheit: Eine Studie in Malawi

Um mehr über diese Herausforderungen zu erfahren, wurde in Malawi eine Studie durchgeführt, die sich mit der Menstruation von Mädchen und jungen Frauen beschäftigt und an der 300 Teilnehmerinnen teilnahmen.

Doch bevor die eigentliche Datenerhebung beginnen konnte, waren rund neun Monate Vorbereitung vor Ort notwendig. Die Rekrutierung begann im Januar 2025 und die gesamte Datenerhebung dauerte bis Oktober desselben Jahres.

Ein zentraler Bestandteil der Studie war die App FlowMalawi, die von BAYOOMED in Zusammenarbeit mit der gemeinnützigen Organisation Sight and Life entwickelt wurde. Über diese App konnten die Teilnehmerinnen täglich Informationen über die Einnahme von Medikamenten, die Menstruationsblutmenge (ausgewählt über Piktogramme), Menstruationsbeschwerden, mögliche Fehlzeiten in der Schule und den Zusammenhang zwischen Menstruationsbeschwerden und Schulbesuch erfassen.  Zusätzlich erfassten spezielle Fragebögen Informationen zur Stärke der Menstruationsblutung. Digitale Lösungen wie diese ermöglichen es, über längere Zeiträume hinweg strukturierte Gesundheitsdaten zu erfassen und gleichzeitig die Studienteilnehmerinnen aktiv einzubeziehen.

Gleichzeitig hat das Projekt gezeigt, wie wichtig es ist, flexibel zu sein, sich an die lokalen Gegebenheiten anzupassen und intelligente und innovative Lösungen zu finden.

In einigen Schulen war die Nutzung von Smartphones nicht erlaubt. Damit die Teilnehmerinnen ihre Angaben dennoch dokumentieren konnten, entwickelte das Studienteam zusätzlich eine Papier-Version der Fragebögen. Die Smartphones wurden während der Studie in verschlossenen Räumen in den Schulen aufbewahrt und waren nur für das Studienteam zugänglich. Am Ende der Studie durften die Teilnehmerinnen die Telefone behalten – eine kleine Geste, die bei vielen Mädchen große Freude ausgelöst hat.

Darüber hinaus wurden Blutproben entnommen, um mögliche Zusammenhänge zwischen dem Menstruationsblutverlustvolumen und Gesundheitsfaktoren wie niedrigen Eisenspeichern und Anämie zu untersuchen. Die Proben wurden im November 2025 in die Niederlande geschickt und werden derzeit analysiert. Die ersten Ergebnisse der Studie werden für Mai 2026 erwartet.

Aufklärung als Schlüssel zur Frauengesundheit

Neben der Datenerhebung spielte auch die Aufklärung über Menstruation und Gesundheit eine wichtige Rolle.

Die Teilnehmerinnen erhielten Informationsmaterial zu Themen wie dem Menstruationszyklus, der weiblichen Anatomie und dem Zusammenhang zwischen Menstruation und Anämie. Ziel war es, grundlegendes Wissen zu vermitteln und weit verbreitete Mythen anzusprechen.

Beispielsweise gibt es den Mythos, dass Damenbinden die Vagina „weiten” können. In Wirklichkeit handelt es sich hierbei um ein Missverständnis: Damenbinden sind externe Produkte und haben keinen Einfluss auf die innere Anatomie des Körpers.

Informationen wie diese tragen dazu bei, Unsicherheiten abzubauen und Mädchen und Frauen ein besseres Verständnis für ihre eigene Gesundheit zu vermitteln.

Gemeinsam für eine bessere Frauengesundheit weltweit

Menstruation ist ein natürlicher Teil des Lebens von Milliarden Frauen und Mädchen. Dennoch erhält Frauengesundheit weltweit noch immer nicht die Aufmerksamkeit, die sie verdient. Der Internationale Frauentag erinnert uns deshalb daran, wie wichtig Forschung, Aufklärung und Zusammenarbeit sind, um die Gesundheit von Frauen langfristig zu verbessern.

Bei BAYOOMED unterstützen wir klinische Forschung mit dem Ziel, medizinische Fragestellungen besser zu verstehen und neue Erkenntnisse zu ermöglichen. Projekte wie diese Studie in Malawi zeigen, wie wichtig internationale Zusammenarbeit ist, um Wissen zu erweitern und langfristig die Gesundheitsversorgung von Frauen weltweit zu verbessern.

Denn echte Fortschritte entstehen dort, wo Forschung, Bildung und Engagement zusammenkommen.